Sozialistische Gruppe (SG)

Hochschulgruppe Erlangen/Nürnberg


SHZ #96 (Januar '17)
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Diskussionsveranstaltungen

„America first!“
Der Schöpfer des freien Weltmarkts kritisiert sein Werk

Jeder vernünftige Mensch in Deutschland ist erschüttert über Trumps Ankündigung, deutschen Autokonzernen mit Strafzöllen ihr Amerika-Geschäft zu versauen – weil wirtschaftliche Vernunft nämlich darin besteht, die Gewinne dieser Konzerne aus ihrem US-Geschäft für ein Menschenrecht zu halten, für dessen Achtung die westliche Wertegemeinschaft doch wohl da zu sein hat.

Jeder global denkende Mensch ist erschüttert über die Pläne Trumps, TTIP nicht zu vollenden – wo doch die Vollendung des Jahrtausend-Projekts „Globalisierung“ mit TTIP darin bestehen soll, deutsch-europäische Ansprüche auf die Gestaltung des gesamten Globus unter Zuhilfenahme amerikanischer Potenzen ein für allemal unwidersprechlich zu machen.

Entsetzen muss sich zudem jeder Europäer über die Abschätzigkeit, mit der Trump über die EU als ein gegen die USA gerichtetes Konkurrenzprojekt urteilt – ist es doch gute europäische Sitte, den mit der EU und ihrem Euro verbissen geführten Kampf gegen das Monopol der USA in Sachen Weltwirtschaftsordnung und Weltgeld stets als Beitrag zur gemeinsam beaufsichtigten Weltordnung des Kapitals zu betreiben und anzupreisen.

Wer nicht vernünftig, global und europäisch vor- und verurteilen will, sondern zur Abwechslung die Lust verspürt, Trumps Politik zu beurteilen, der darf sich auf unserer Veranstaltung darüber aufklären lassen,

– inwiefern Trumps auffallend unökonomische Wirtschaftspolitik die konsequente Umsetzung seiner Krisendiagnose und -programmatik ist, die sich ihrer ganz grundsätzlichen Logik nach nicht sehr von den krisenmäßigen Kampfprogrammen anderer Volkstribune unterscheidet;

– inwiefern Trumps freche Verweise auf die unwiderstehliche Macht der USA zur Korrektur unliebsamer Konkurrenzverhältnisse weniger auf Trumps Ignoranz in Sachen Weltwirtschaft als auf den gewaltsamen, also gewaltträchtigen Charakter der segensreichen Einrichtung namens Weltmarkt hinweist;

– inwiefern Trumps deutlich feindseliges „America first“, gerade weil alle, die es angeht, es genauso begreifen, ein deutlicher Indikator dafür ist, wie ausschließend und bis zur Unversöhnlichkeit gegensätzlich die Konkurrenz der Nationen ein Vierteljahrhundert nach der Befreiung des ganzen Globus zur Herrschaft von Eigentum und Geld offenbar ist.

Nürnberg:
Donnerstag, 1. Juni, 19:30 Uhr,
Nachbarschaftshaus Gostenhof (Raum 205), Adam-Klein-Str. 6

Erlangen:
Donnerstag, 8. Juni, 19:15 Uhr,
Sprecherrat (1. OG), Turnstr. 7

Buchempfehlung

Sabine Predehl
Rolf Röhrig

Gesundheit
ein Gut und sein Preis

100 Seiten
EUR 10
ISBN 978-3-929211-17-7
Erhältlich im Buchhandel und direkt beim Verlag. Dort auch als Ebook.


Die vorliegende Schrift

– erklärt, warum man so viel für seine Gesundheit tun muss, nämlich wodurch sie dauernd gefährdet und geschädigt wird.

– bestimmt den Fehler, den sich die medizinische Wissenschaft in der theoretischen Behandlung der gar nicht unbekannten gesellschaftlichen Krankheitsursachen leistet; sie benennt die affirmative Stellung zum System der Konkurrenz, die diesem Fehler zugrunde liegt, und zeigt die Konsequenz, mit der dieser Fehler in eine moralische Begutachtung der populärsten Krankheiten und ihrer Ursachen einmündet. Sie befasst sich außerdem speziell mit der Logik der wissenschaftlichen Pathologie des Seelenlebens sowie mit dem paradoxen Erklärungsmuster der Alternativ- oder „Komplementärmedizin“.

– befasst sich mit der medizinischen Praxis und dem vertrackten Verhältnis zwischen privatem Bedürfnis nach medizinischer Hilfe und allgemeinem Interesse an funktionstüchtigen Bürgern, also mit dem herrschenden Zweck, dem das von Staats wegen institutionalisierte Gesundheitswesen dient.

– würdigt das Geschäft mit der Gesundheit und das ebenso absurde wie erfolgreiche Bemühen des modernen Gemeinwesens, die Gesundheitsversorgung eines ganzen Volkes als Geschäftsfeld zu organisieren, dessen Finanzierung die Versorgten überfordert, also Nachhilfe durch staatliche Gewalt benötigt.

Buchempfehlung

Peter Decker
Konrad Hecker
Joseph Patrick
 
Das Finanzkapital

180 Seiten
EUR 20
ISBN 978-3-929211-16-0
Erhältlich im Buchhandel und direkt beim Verlag. Dort auch als Ebook.


Die vorliegende Schrift bietet

– keine Beschwerde über Zockerei und kriminelle Umtriebe der Finanzmafia;

– keinen Einblick in den Alltag ehrlicher Geldhändler;

– weder Untergangsprognosen noch Zukunftsperspektiven für eine Krisenbranche;

– keine kurzgefasste Banklehre oder einen TÜV für die Ratschläge vom Bankberater;

– keine Rezepte für eine bessere staatliche Geld- und Finanzpolitik.

Sie erklärt stattdessen

– das Verhältnis der Abhängigkeit und der Notwendigkeit, des Dienstes und des Regimes, in dem das Finanzgewerbe zur kapitalistischen Warenproduktion steht;

– die vom Staat verliehene und unterstützte Macht der Banken, Kreditzeichen als Geld zirkulieren zu lassen und mit Schulden Geschäfte zu machen;

– die Freiheit der ‚Finanzindustrie‘, mit dem Geldvermögen der Gesellschaft, das ihr gar nicht gehört, auf den Geschäftserfolg der Unternehmenswelt zu spekulieren, die ihr auch nicht gehört, und daran nicht nur zu verdienen, sondern alle Welt vom Erfolg ihrer Spekulationsgeschäfte abhängig zu machen;

– den Nutzen des Kreditgewerbes für den Staat, der mit Geld und Schulden regiert, und den Nutzen des Staats für das Kreditgewerbe, das ohne Zentralbank und öffentliche Schuldenverwaltung aufgeschmissen wäre; also die Symbiose von privater Finanzmacht und staatlicher Gewalt;

– die weltweit wirksame Macht über Investitionen und nationale Kapitalstandorte, die die Kreditbranche durch die staatlich betreute Internationalisierung des kapitalistischen Geschäftslebens gewinnt;

– den Dienst, den die Finanzmärkte für das Geld der Weltwirtschaftsmächte leisten, und die Geschäftsfreiheiten und -mittel, die sie dafür von den politischen Machthabern über die herrschende Weltordnung verlangen und bekommen; also die ökonomische Räson des modernen Imperialismus.

Kurzum: Das Buch widmet sich der Kritik der politischen Ökonomie des ‚globalisierten‘ Kapitalismus.

Buchempfehlung

J. Köper, U. Taraben
Der Fall Griechenland
Fünf Jahre Krise und Krisenkonkurrenz

Europa rettet sein Geld –
die deutsche Führungsmacht ihr
imperialistisches Europa-Projekt

130 Seiten
EUR 10
ISBN 978-3-929211-15-3
Erhältlich im Buchhandel und direkt beim Verlag. Dort auch als Ebook.


Alle Welt weiß: Griechenland ist ein Problem. Aber was für eins? Ein humanitäres? Ein finanzwirtschaftliches? Ein ordnungspolitisches? Eines für den Euro? Für Brüssel? Für Deutschland? Für die Griechen? Was für eins auch immer: Alle Welt kennt, vermisst, wünscht, fordert – eine Lösung.

Der Suche nach Lösungsvorschlägen verweigert sich die hier vorgelegte Aufsatzsammlung. Sie erklärt den innereuropäischen Imperialismus, der nicht nur den Griechen Probleme macht. Und warum der alles andere als Lösungsvorschläge für seine Probleme verdient.

GegenStandpunkt Vorträge im Video

Buchempfehlung

Peter Decker (Hrsg.)
Demokratie
Die perfekte Form
bürgerlicher Herrschaft

241 Seiten
EUR 14,80
ISBN 978-3-929211-13-9
Erhältlich im Buchhandel und direkt beim Verlag.


Freie Wahlen werden amtlich als Kernstück der Demokratie geschätzt. In der Demokratie, heißt es, wird nicht einfach regiert – das Volk erteilt per Abstimmung den Auftrag zur Wahrnehmung der Staatsgeschäfte.

Weniger amtlich betrachten Politiker wie Wähler diese Veranstaltung ohne solche Ehrerbietung. Demokratische Politiker nehmen Wahlen nüchtern als Bedingung und Gelegenheit, auf Kosten der Konkurrenten an die Macht zu gelangen. Und mündige Bürger haben Wahlen längst als Schwindel durchschaut. Wählen gehen sie selbstbewusst ohne Illusionen, damit etwas zu ‚bewirken‘ oder zu ‚verändern‘.

Sowohl die hohe Meinung über die hehren Grundsätze demokratischer Machtausübung wie auch das abschätzige Urteil über die praktische Betätigung des Volkswillens übergehen allerdings, was das Institut der freien Wahlen tatsächlich leistet: Mit den Wahlkreuzen legitimiert sich immerhin eine Herrschaft, die sich auf ihre Unabhängigkeit von ihrer Basis – vom ‚Druck der Straße‘ – viel zugute hält und von ihrer Freiheit regen Gebrauch macht. Und auch wenn es aufgeklärten Zeitgenossen ‚letztlich doch egal‘ ist, von wem sie regiert werden; egal sollte es ihnen nicht sein, dass sie von ihrer demokratisch gewählten Herrschaft alle Lebensbedingungen serviert bekommen, mit denen sie praktisch zurechtkommen müssen.

Vortragsreihe Wissenschaftskritik SS 2014

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Vortragsreihe Wissenschaftskritik SS 2013

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