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SG

Sozialistische Gruppe Erlangen-Nürnberg

Sozialistische HochschulZeitung
der Sozialistischen Gruppe Erlangen Nürnberg (SG)

April 2005, 4. Jahrgang, Nr. 22

„Hunger kostet die Dritte Welt Milliarden.“

„Die Kosten des Hungers belasten die Volkswirtschaften der armen Länder gewaltig. Weil viele Kinder wegen Unterernährung und Krankheit frühzeitig sterben oder zu schwach sind, um sich für eine Arbeit zu qualifizieren, entstehen Produktionsausfälle im Wert von hunderten Milliarden Euro.“
(SZ 09.12.04)

Hunger kostet, hat die Welternährungsorganisation FAO festgestellt.

Und Wen? Und was? Die armen Leute, die nicht genug zu essen haben? Kostet der Hunger sie Lebensfreude, Gesundheit, oder gar das Leben?

Von wegen. So sieht die FAO das nicht. Hunger kostet die Volkswirtschaften der armen Länder. Wären deren Einwohner nämlich gesünder und kräftiger statt halb verhungert, könnte man aus ihnen Arbeit herausholen, die sich für jemand anderen lohnt:

„FAO-Berechnungen haben ergeben, dass jeder Euro, der gezielt die Ernährung und Gesundheit der Ärmsten verbessert, einen fünf- bis zwanzigfachen Ertrag erbringt.“
(ebd.)

Blöd nur, dass dieser andere namens „Arbeitgeber“ oder „Unternehmer“, der aus halbwegs kräftigen Leuten Ertrag herausholt, die 852 Millionen Hungernden für nicht lohnend befunden hat. Genau deshalb hungern sie ja.

Es wird daher trotz dieser FAO-Berechnung auch weiterhin niemand „gezielt“ einen Euro in diese Menschen investieren.

Denn bloß dafür, dass keiner vor Hunger krepieren soll, ist in dieser schönen Welt des Wirtschaftswachstums jeder Euro zu schade.

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Freitag, 13.01.2006