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SG

Sozialistische Gruppe / Sozialistische Hochschulgruppe (SHG), Erlangen-Nürnberg

„Wir wollen nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern in der Kritik der alten die neue finden.“ (Karl Marx)

SG Diskussionstermin Nürnberg

Die SG veranstaltet in der Regel jeden Dienstag um 20:00 Uhr s.t. in der DESI, Brückenstraße 23, Nürnberg, einen Diskussionstermin zu Themen aus Politik und Wirtschaftsleben.

Nächster Termin: Dienstag, 9. Februar 2010

Thema:

Freiheit – Was ist das?
4. Teil: Kritik der Freiheit im Namen der Freiheit?
Die Freiheit hat einen sehr guten Ruf. Kritisiert wird höchstens, dass die Freiheit nicht richtig verwirklicht sei und dass es noch zu wenig davon gebe. Das sehen wir anders.

SHG Diskussionstermin Erlangen

Die SHG veranstaltet einmal im Monat einen Diskussionstermin in Erlangen, der allen Interessierten offen steht.
Im Januar 2010 keine Diskussionsveranstaltung!

Sozialistische HochschulZeitung
der Sozialistischen Hochschulgruppe Erlangen Nürnberg (SHG)

Januar 2010, 9. Jahrgang, Nr. 51

SHZ Nr. 51 als PDF-Dokument
  • "Biete türkisch-arabische Unterschicht – suche osteuropäische Juden"
    Thilo Sarrazin baut an einer nachhaltigen Gesellschaft für den deutschen Staat
  • Wenn demonstrierende Demokraten ihren Politikern einmal das Wort verbieten ...

Kritik der bürgerlichen Wissenschaft

  • Was will uns der Dichter damit sagen?
    Literaturinterpretation

Redaktion GegenStandpunkt

Vortrag mit Diskussion

Die Kopenhagener Konferenz hat

Das Weltklima wieder nicht gerettet!

Aber: Ging's darum überhaupt?

Glaubt man unseren Politikern und Medien, dann war Kopenhagen eine Katastrophe: Die Bemühungen der Vereinten Nationen um die Rettung des Klimas haben einen schweren Rückschlag erlitten. Das Ziel, die Erderwärmung auf – ausgerechnet – 2 Grad Celsius zu begrenzen, ist in weite Ferne gerückt. Deshalb komme es jetzt um so mehr darauf an, die Anstrengungen auf der nächsten UN-Klimakonferenz in Cancun zu verdoppeln, sagt die Kanzlerin.

Außer Angela Merkel, einigen EU-Staatschefs in ihrem Schlepptau und natürlich den Vertretern der pazifischen Kleinst- und Inselstaaten, die langsam absaufen, scheint sich kein Schwein für das Klima einzusetzen. Amerikaner und Chinesen lassen sich nicht auf die europäischen CO2-Reduktions-Ziele festlegen und verweigern sich unserem grandiosen Welthandel mit Emissionsrechten. Die Entwicklungsländer schlagen unsere Hilfsgelder aus und hören bei Beschränkung der Nutzung fossiler Brennstoffe immer nur, dass man ihnen das nachholende Wirtschaftswachstum verwehren will, mit dessen Rückständen die kapitalistischen Staaten des Nordens seit 100 Jahren die Atmosphäre erwärmen. Alle denken nur an sich und den Erfolg ihres nationalen Kapitalismus – und lassen die aus globaler Verantwortung handelnde Klimakanzlerin im viel zu warmen Regen stehen.

So das Bild, das die deutsche öffentlichkeit von der Lage vermittelt bekommt. Vielleicht stimmt es ja nicht ganz. So ist es wenig wahrscheinlich, dass die anderen Staatschefs nationale Interessen vertreten, die deutsche Kanzlerin aber die Interessen der Menschheit. So viel nationale Selbstverleugnung würde direkt ein Amtsenthebungsverfahren gegen sie rechtfertigen. Und wahrscheinlich sehen es die anderen Nationen umgekehrt. Aber worum geht es auf solchen Konferenzen dann überhaupt?

Ein Hinweis zur Lösung des Rätsels, der selber ein Rätsel ist: Alle Welt weiß inzwischen, dass Klimapolitik Energiepolitik ist; aber man nimmt nicht ernst, dass wo Klima drauf steht, wirklich nichts als Energiepolitik drin ist.

PDF-Dokument: FlugblattFlugblatt als PDF


Die monatlichen Vorträge des GegenStandpunkt im K4 lassen sich im Internet nachhören.

GegenStandpunkt 4-09

Politische Vierteljahreszeitschrift

Erscheinungsdatum: 18. Dezember 2009
  • "Change" in der Ostasienpolitik der USA
    Obama bietet der aufsteigenden Großmacht China Mitverantwortung für die amerikanische Weltordnung an

  • Die deutsche Gewerkschaft hat Geburtstag
    Der DGB – sechs Jahrzehnte Dienstleistung an der nationalen Arbeit

  • Heinz Dieterichs "Sozialismus des 21. Jahrhunderts"
    Ein soziologisch-geschichtsphilosophischer Neuaufguss der Utopie einer gerechteren Welt

Inhaltsangabe zu GegenStandpunkt 4-09 auf www.gegenstandpunkt.com

Kritik der Klassengesellschaft

„Beschäftigung“ – „Globalisierung“ – „Standort“ ...

Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum

„Mein Geld muss genauso hart arbeiten wie ich“, warb Berti Vogts seinerzeit für eine gute Bank. Nicht ausgelassen hat er sich über die Frage, woher Geld die Fähigkeit besitzt, die allgemein „arbeiten“ heißt und genau das Gegenteil bezeichnet: Sich wie von selbst zu vermehren. Irgendwo wird schon noch gearbeitet werden müssen. Von wem und wie, ist eine andere Frage – die nämlich nach dem Charakter der Arbeit in diesem besten aller Wirtschaftssysteme. Was die wirkliche Arbeit angeht – die, die gegen Geld verrichtet wird –, so bringt sie dem, der sie verrichtet, selten so viel ein, dass er sein Geld für sich „arbeiten“ lassen könnte. Arbeit gegen Lohn, das weiß jeder, hat es an sich, dass von ihr andere reich werden. Wie und warum, das ist schon wieder eine andere Frage – die nämlich nach der Eigenart des Geldes, das Kapital heißt und sich durch die Arbeit anderer vermehrt. Und noch etwas fällt auf, wenn es um Geld und Arbeit geht: Einerseits gibt es zu wenig Arbeit – zu wenig , dass alle, die von ihr leben müssen, eine haben. Auf der anderen Seite gibt es zu viel – zu viel nach den Maßstäben derjenigen, die arbeiten lassen und entlassen... Das wirft schon wieder Fragen auf – die nach den Eigenarten des Verhältnisses von Arbeit und Geld nämlich.

Mehr Arbeit für weniger Geld, das ist nach allgemeiner Auffassung die einzig denkbare Konsequenz des Sachzwangs, den alle Verantwortlichen im Munde führen – der „Globalisierung“. Mit immer weniger Arbeitern sollen immer größere Gewinnansprüche bedient werden – das ist kein bewusstlos wirkendes Kapitalgesetz, das ist das bewusst gehandhabte Konkurrenzmittel, zu dem sich Standortpolitik heute bekennt.

Marxisten erklären in diesem Artikel einmal ganz ohne Blick in „Das Kapital“ wie und was produziert wird im System unserer globalen „Marktwirtschaft“. Dass sie dabei letztlich auf ähnliche Schlüsse über Lohnarbeit und Kapital kommen wie Marx, wird kaum verwundern.

Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum (HTML-Dokument)Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum

Literaturempfehlung

Wolfgang Möhl, Theo Wentzke

Das Geld

Von den vielgepriesenen Leistungen des schnöden Mammons

Geld muss man haben, nicht erklären; das versteht sich von selbst für lebenskluge Zeitgenossen. Wenn es am Geld etwas zu erklären gibt, dann, wie man am besten an möglichst viel davon herankommt; damit hat die praktische Vernunft des aufgeklärten Erwerbsbürgers auf alle Fälle schon genug zu tun.
Das ist fatal. Denn wer dem unausweichlichen Zwang, Geld zu verdienen, nur die Ermunterung entnimmt, ihm erfolgreich nachzukommen, der bleibt nicht nur in ein Zwangssystem der gesellschaftlichen Arbeitsteilung verstrickt, das mit hochprozentiger Sicherheit auf seine Kosten geht. Der macht außerdem den gar nicht so unvermeidlichen Fehler, sich dazu kritik- und begriffslos affirmativ zu stellen. Da helfen dann auch kein Ärger und keine Beschwerden mehr über die unausbleiblichen Konsequenzen: über Stress beim Geldverdienen, über spärliche Verdienste, über hohe Preise und überhaupt über Mangel hier und obszönen Reichtum dort. Wer sich das Geld nicht erklären will, soll über dessen ungleiche Verteilung nicht jammern.

Wer sich das Ding erklären will, das auf die bekannte totalitäre Weise und durchaus nicht zum Nutzen der großen Mehrheit das Handeln, Trachten und Denken der Insassen des globalen marktwirtschaftlichen Irrenhauses beherrscht, der wird von der einschlägigen Wissenschaft schlecht bedient. Die steht so entschieden auf dem Standpunkt, der Geldwirtschaft sei ihr quasi selbsttätiges Funktionieren hoch anzurechnen, dass sie dem Geld die Funktion des universellen Vermittlers aller funktionalen Bestandteile der Geldwirtschaft attestiert und überhaupt nicht versteht, was es außer dieser Tautologie noch zu erklären geben könnte an einer Wirtschaftsweise, die alles Produzieren und Konsumieren, den Lebensprozess der Gesellschaft insgesamt, dem Sachzwang des Geldverdienens unterwirft. Weiterhelfen kann hier, ungeachtet ihres ehrwürdigen Alters von bald anderthalb Jahrhunderten, Marx’ Kritik der politischen Ökonomie. Der Mann hat nicht bestritten, dass die kapitalistische Wirtschaft funktioniert; er hat das bloß nicht für einen Grund gehalten, sich die Überlegung zu ersparen, was da funktioniert. Dass ihm dann der Begriff des allgemeinen Äquivalents, das den Warenaustausch vermittelt, zur Kritik dieses ökonomischen Gegenstands geraten ist, liegt am Gegenstand: daran, dass das Geld ein gesellschaftliches Gewaltverhältnis vergegenständlicht und quantifiziert, dem die gesellschaftliche Arbeit unterworfen ist. Marx kommt das Verdienst zu, dass er sich weder durch verantwortungsvolle Voreingenommenheit für seinen Gegenstand noch durch methodische Vorüberlegungen von der Analyse des Geldes hat abhalten lassen – und schon gar nicht durch erkenntnistheoretische Bedenklichkeiten, ob die Enträtselung dieses Fetischs der bürgerlichen Welt überhaupt geht und wie sie allenfalls gelingen könnte.

Mit der letzteren geistigen Übung haben sich, sehr zum Nachteil ihres Wissens über die kapitalistische Ökonomie, viele Linke beschäftigt, die bei Marx Aufklärung über den gesellschaftlichen Zwangszusammenhang des Geldes gesucht haben, an dem die marktwirtschaftlich hergerichtete Menschheit laboriert. Sie haben die ersten drei Kapitel des 1. Bandes des Kapital studiert und glatt aus den Augen verloren oder gar nicht erst gemerkt, dass es der allgemein bekannte Alltag des kapitalistischen Betriebs ist, von dem diese Kapitel handeln, und dass an dem kein gutes Haar bleibt, wenn man ihn begreift und nicht wohlwollend danach beurteilt, dass man sich wunderbare Sachen kaufen kann, wenn das Geld reicht. Um in diesem Punkt die Aufmerksamkeit interessierter Zeitgenossen zu schärfen – also nicht, um Marx’ Ableitung des Geldes zu verbessern oder zu ersetzen –, hat das Autorenkollektiv, das den Gegenstandpunkt zu verantworten hat, schon in etlichen älteren Publikationen gegen den guten Ruf des Geldes polemisiert, in anderen Aufsätzen wichtige einzelne Argumente ausführlich dargelegt. Weil die geistige Lage der Nation, Linke und antikapitalistisch eingestellte Globalisierungskritiker eingeschlossen, nicht besser geworden ist, legen wir einige dieser Artikel in mehr oder weniger überarbeiteter Form wieder vor, ohne vor der Wiederholung zentraler Gedanken zurückzuschrecken – außer der Hoffnung, dass der eine oder andere Leser an einer Stelle merkt, was er an einer anderen überlesen hat, steckt keine tiefere Absicht dahinter. Der letzte Aufsatz über Das Geld des Staates geht über diesen Zweck einer Verständnishilfe für Marx’ ominöse „Arbeitswertlehre“ dann ein Stück hinaus: Er behandelt Dinge, die Marx in seinen Büchern über den Staat und über den Weltmarkt abgehandelt hätte, wenn er zu denen noch gekommen wäre.

Vortrag zum Buch am 16.12.2007 in NürnbergVortrag zum Buch am 16.12.2007 in Nürnberg
Das Geld, Inhaltsverzeichnis als PDF-DokumentInhaltsverzeichnis

Peter Decker / Konrad Hecker

Das Proletariat

Politisch emanzipiert – Sozial diszipliniert – Global ausgenutzt – Nationalistisch verdorben –

Die große Karriere der lohnarbeitenden Klasse kommt an ihr gerechtes Ende

Das Proletariat (HTML-Dokument)mehr zum Inhalt

Hochschule

Mit verschärfter Konkurrenz dem Denken Beine machen:
Kürzungen der Uni-Haushalte, Studiengebühren, Elite-Universitäten
So bewirtschaftet der Staat die Ressource Bildung
PDF-Dokument: So bewirtschaftet der Staat die Ressource Bildung
Die deutsche Universität – Ein kritischer Durchgang durch Wissenschaft, Ausbildung und Hochschulreform heute
von Prof. Dr. Egbert Dozekal
PDF-Dokument auf www.fb3-fh-frankfurt.de/fb3/professoren/Dozekal
Die Freiheit der Wissenschaft: Über die Funktionalisierung der Wissenschaft für Staats- und Geldmacht (Thesen)
Freerk Huisken, 2003
www.fhuisken.de/losetexte/freiwiss.htm
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„Die undifferenzierte Feindschaft gegen das Theoretische ist nichts anderes als die Feindschaft gegen die verändernde Praxis.“
Max Horkheimer

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